Theater ist Spiel. Und auf Karin Henkels Inszenierung von „John Gabriel Borkman“ trifft das besonders zu. Die Regisseurin macht ihre Figuren zu Kindern: Sie lachen, schreien, tanzen, machen Purzelbäume auf der Bühne. Manchmal wollen Kritiker auch spielen. Insbesondere miteinander. Deswegen haben wir, als kritisches Kollektiv, ein sehr verwickeltes Spiel für uns selbst gemacht. Eine Twine-Kritik - ein bisschen Schnipseljagd, ein bisschen Kindergeburtstagsflair und ganz viel existenzielle Entscheidungsabfrage. Und liebe Leser, ihr dürft mitspielen. Hier folgt man nicht dem weißen Kaninchen, sondern dem “kranken Wolf im Käfig.” [[Folge dem Wolf!|Auftakt 2]] [[Erzählt mir über den Autor!|Ibsen!]] [[Worum geht es?|Worum geht es?]] Der Bankdirektor John Gabriel Borkman verehrt mit aller Hingabe den Mammon. Diese Liebe für das schnelle Geld brachte ihn ins Gefängnis und ruinierte seine Familie. Der finanzielle Bankrott und der Verlust der Familienehre führten bei seiner Frau Gunhild zu einem Nervenzusammenbruch. Ihre Schwester Ella nahm daraufhin ihren Neffen Erhart in Obhut. Nach seiner Haftstrafe kehrt John Gabriel Borkman zurück in das heruntergewirtschaftete Familienanwesen. Dort lebt er nun seit mehr als acht Jahren in Isolation vor der Gesellschaft und seiner Familie. Seine Frau bringt ihm nichts als Verachtung entgegen. Sie führen eine Ko-Existenz der gegenseitigen Ignoranz. Der Familienkonflikt eskaliert als Ella schwer erkrankt zurückkehrt und Erhart als Sterbebegleiter für sich einfordert. Es entbrennt ein Machtkampf um die Mutterschaft. Doch Erhart hat bereits andere Pläne und flüchtet aus der familiären Enge. „John Gabriel Borkman“ ist eines der letzten Dramentexte von Henrik Ibsen. Aber, WORUM geht es in dem Stück? [[Liebe!|Liebe!]] [[Macht!]] [[Männer und Frauen.]] [[Eigentlich geht es um etwas ganz Anderes.|Worum geht es eigentlich?]]Ja, auch hier. Sogar sehr. Um was auch sonst. Das ist das einzige, was diese Figuren zeitweise, wenn sie sich die Silikonfratze vom Gesicht schälen, von Monstern unterscheidet. Dass sie gerne gefühlskälter wären, als sie es sind. Diese halbmonströsen Kreaturen sind auf Liebe angewiesen, wie auf Luft zum Atmen. Aber die Luft in dieser Höhlenhölle fördert Krankheit und Hysterie statt Leben. Gunhild und Ella zerfetzen sich im Kampf um Erhart, der die letzte Instanz zu sein scheint, die dazu verdammt ist, diesen einsamen Schwestern, seinen beiden Müttern den Tribut kindlicher Elternliebe zu zollen. Diese Liebe, die sich über Verwandtschaft und nicht über eine tatsächliche emotionale Verbundenheit definiert. Erhart ist allerdings nicht gewillt seiner Pflicht gerecht zu werden, was jeder verstehen kann, denn Ella und Gunhild kämpfen nicht um Erhart, sondern um eine Emotion, die zum Objekt geworden ist. Insofern geht es dann doch eher um eine Verkaufssituation. Also doch nicht Liebe, sondern eher Macht? [[Ja, Macht.|Macht!]]Macht, Kapitalismus und Gesellschaft (in vielerlei Hinsicht bedeutungsgleich) sind sowas wie “Sex, Drugs & Rock'n'Roll” des Theaters. Deshalb geht es natürlich auch bei den Borkmans um Macht. Ella und Gunhild kämpfen nicht um Erhart, sondern um eine Emotion, die zum Objekt geworden ist. Insofern geht es um eine Verkaufssituation und nicht um Liebe. Es ist nicht so, dass Erhart sich nicht würde kaufen lassen, denn das geschieht, wenn er mit Frau Wilton, die nichts als eine fleischgewordene Mutterphantasie ist, abzieht. Ella und Gunhild sind schlicht zahlungsunfähig, was emotionale Tauschware anbelangt. Sie können nicht lieben und infolgedessen auch nicht geliebt werden, was in einem absurden Höhepunkt dieses Tauschgeschäftes endet. Ella erkauft sich Erhart von Borkman gegen ihr Erbe. Absurd ist das deshalb, weil sie im Gegenzug nichts erhalten wird, was wärmer ist als Scheine und Münzen. Also doch nicht Macht, sondern eigentlich Liebe? [[Ja, Liebe.|Liebe!]] Das ist mir zu einseitig. Es ging bestimmt noch um was anderes, oder? [[Ja, und zwar ist das ein Sozialporno.|Sozialporno]] Ja, das wäre schön, wenn dieses Stück aktuell irrelevant wäre und man den Inhalt gar nicht auf die Gegenwart übertragen könnte. Pustekuchen, nur weil hier alle bis auf Borkman in seinem Riesenbabykostüm aussehen, als hätte sich jeder einzeln in der Zeit geirrt, heißt das nicht, dass diese Inszenierung einen Ausflug in längst vergangene Zeiten unternimmt. [[Hä? Aber was ist denn der zeitliche Kontext? Die Zukunft?|Zukunft.]] [[Aha, also dann geht's doch bestimmt um die Finanzkrise?|Finanzkrise]] Männer brauchen immer zwei Frauen. Borkman hat die Zwillingsschwestern Gunhild und Ella. Erhart hat zwei Mütter. Als er von zu Hause fortgeht, hat er die Engländerin Fanny Wilton – und, falls Fanny ihm nicht mehr gefallen sollte, dann gibt’s die junge Frida. Borkman sagt es am besten: “Wenn es sein muss, kann man eine Frau durch eine andere ersetzen.” [[Polyamoröse Beziehungen, also?|Polyamoröse Beziehungen]] [[Ist denn sowas heute überhaupt noch relevant?|Relevant?]][[Es geht darum, wie Lina Beckmann die Treppe runter geht.|Lina Beckmann]] [[Es geht darum, wie Lina Beckmann die Treppe rauf geht.|Lina Beckmann 2]]Wenn Frau Beckmann eine Treppe runter geht, dann kann sie das nicht wieder zurück nehmen. Dann macht die ganze Produktion einen Ruck in Richtung Groteske, in der alle lachen, weil es denen da oben so elend zugeht. Lina Beckmanns Ella gravitiert nicht gen Borkman, sie läuft gespielt kokett und prallt ständig an sich selber ab. Sie nimmt jede Stufe auf ihn zu zum Anlass sich als graziöse Ginger Rogers zu inszenieren. Das diese Ella so großartig scheitert ist Teils Beckmanns Verdienst, Teils Ibsens Text, dessen moralische Niederungen diese Produktion raufholt und mit zitternden und jaulenden Körpern ausstellt wie eine Freakshow. Jeder Schritt Ellas ist statt leichtfüßiger Eleganz eine neue Farce von aufgesogenen Liebesklischees, die keine Quelle von Authentizität haben können. Verraten vom Mann, den sie einst liebte, weiß sie auch nicht so genau warum sie Borkman will, nur dass sie ihn wollen muss. Sie muss weiter sausen in Ihrem blauen, federnden Nachthemd, feststecken im buchstäblichen Spagat zwischen Ranwerfen und sich verausgabender Selbsterniedrigung. Sie muss sich eine blutende Nase holen. Als sie sich den ersten Szenenapplaus einheimste, war Lina Beckmann noch lange nicht fertig mit Ihrem Werben um Borkman, der sich Ellas Zuneigung samt moralischer Verfallsschuld einverleibt hat. Eine Verführende, die sich hingeben will, aber doch nicht alles baren kann. Wer weiß, was da monströses vorscheint, wenn man echte Hingabe zeigt? [[Was gibt es noch für Monströses in der Produktion?|Monster]]Wenn Lina Beckmann als Ella Rentheim eine Treppe nach oben geht, dann ist das aufregend. Diese Frau, die steht dann vor der Treppe, also ich sehe den Rücken, aber was ich hier noch alles sehe, das sind Füße, nach außen gedreht, Knie, die zwar verschwunden unter Rock, trotzdem ganz bestimmt nach innen gewendet, ich sehe also X-Beine, oder waren das O, jedenfalls ein Aufbau im Skelett, der ist schwierig zu begreifen und also verwirrend. Hände, Rücken, sowieso, die Frau versucht, sie hat nicht diese Logik, diese Gegenlogik, wenn mit links das Bein, dann rechts der Arm, die schlenkert unilateral, ist das das Wort, oder mono, jedenfalls springt, versucht zu springen. Wenn Lina Beckmann als Ella Rentheim eine Treppe nach oben geht, dann springt sie mit beiden Beiden gleichzeitig in die Luft und hofft durch den rechten Ruck des Oberkörpers sich als ganzes nach oben, und weil Treppe, nach vorne zu schwingen. Aber weil das nicht geht, dann bückt sie sich nieder und rollt sich im Purzelbaum eins weiter hoch. [[Und wie läuft Lina Beckmann die Treppe runter?|Lina Beckmann]] [[Oder Treppenwitz mit Platon gefällig?|Platon]]Kombiniere, kombiniere - die Geschichte spielt sich unter der Erde ab. Unter der Erde = Höhle. Höhle = Platon. Einmal drin im philosophischen Diskurs braucht man keine weitere Minute Bühnengeschehen, um zu wissen worauf dieser Abend hinausläuft: Platonisches Urgestein unter den großen Fragen der Menschheitsgeschichte einbetoniert in den fortgeschrittenen Zerfall der Moderne. Ein Horrorspagat zwischen antiker Vorhölle und futuristischer Sozialdystopie, die beide trotz 2000-jähriger Zeitdifferenz dieselbe Treppe hoch und runter fallen ohne den Notausgang zu finden. Seit Jahrtausenden dieselbe Suppe hier noch abgeschmeckt mit etwas Genderproblematik, einer Prise Freud und Slapstick. That's it. Guten Appetit. Ich habe schon schlechter gegessen. [[War's das?]]Armgaard Seegers vom Hamburger Abendblatt meint: “Henkel [erschafft] einen unheilschwangeren Albtraum, fast ein bisschen Kafka...Es bildet die Folie, vor der das Mystische, die Fesseln der Vergangenheit, die Traumwelt der Zukunft Gestalt annehmen. Der Wahn, dass sich die Wirklichkeit den Wünschen unterordnen soll, ist bis zur Groteske gesteigert...In Henkels Inszenierung...brillieren nicht nur zwei herausragende Darstellerinnen, die im schwesterlichen Clinch ebenso viel Hass und Hochmut wie Fantasie und Komik erzeugen, inmitten eines großartigen Ensembles.” Und Michael Laages vom Deutschlandfunk sagt: “Der schnelle Abend [hat] nicht viel zu bieten außer schrill ausgestellten Miniaturen – vor allem hat er keine Idee davon, warum von Borkman jetzt und hier und heute erzählt werden muss.” [[Aha, das ist ja wird ja immer aufschlussreicher. Was habt ihr denn so gedacht?|Heute sind wir ein kritisches Kollektiv.]]Heute sind wir ein kritisches Kollektiv. [[Was heißt das?|Was heißt das?]]Vergiss es. Die finanziellen Aspekte des Stückes interessieren Regisseurin Henkel nicht wirklich. Ja, Borkman war Bankier. Dann, riesiger Betrug, illegale Transaktionen und Bankrott, bla bla bla. Er musste für fünf Jahre in Gefängnis. Törrichter Borkman! (Ibsen wurde von einem realen Vorfall für das Stück inspiriert.) Als Thomas Ostermeier “Borkman” 2009 an der Schaubühne inszenierte – kurz nach der Lehman-Brothers-Pleite – war Finanzkollaps ein Thema. Heute, außer der Griechenland-Sauerei, weniger. Und so, sind es die psychologischen Folgen des Ausgestoßenseins und das Nachebben von persönlichen Opfern und der Markthandhabung von Menschen, die Borkman nun verfolgen. Behalten und Abstoßen, Investieren oder nicht - auf der Höhe seiner liberalen Virilität hat das Borkman auch mit seinen Freunden und seiner Familie gemacht. [[YOLO?|Leben statt Arbeiten.]]Liebe Leute, Theatertreffen findet in Berlin statt. Nicht in Frankfurt, nicht in München. Und in Berlin arbeiten wir nicht. In Berlin leben wir. Deswegen sind wir sicher, dass Erhart sich in Berlin sehr gut anpassen würde. “Ich bin jung, ich will nicht arbeiten, ich will mein eigenes Leben leben!”, schreit er. Und schreit er wieder, und wieder, unter wachsendem Gelächter im Saal (die jungen Briten in meiner Reihe haben sich totgelacht). Stell dir vor: Erhart, tags beim Görli, nachts im Berghain. Sehr entspannt wäre er hier, oder? Lieber Erhart, mit offenen, tätowierten Armen, empfangen wir dich. Willkommen. [[Ich will jetzt eigentlich doch wissen, was die anderen Kritiker so dachten.|Kritiker]] [[Ich will eine kontrastive Betrachtung zwischen Andrea Breths Borkman aus 2013 und Henkels Borkman lesen.|Breth]] [[Ich möchte über Vegard Vinges Borkman von 2011 lesen.|Vinge]] Im kritischen Kollektiv gibt es einen Ausgangspunkt und wir entdecken gemeinsam die unterschiedlichen Möglichkeiten davon abzubiegen, um den Gegenstand zu erfassen. Wir versenken uns in andere Sprachen und ins gemeinsame Lernen. Wir streiten uns (produktiv), spielen mit unterscheidlichen Formaten und lieben das Theater auf ganz unterschiedliche Weise. Was heißt das jetzt praktisch? [[Zum Beispiel haben wir eine Kollegin zum Livestream geschickt.|Livestream]] Ein Alptraum aus Beton unter der Erde. Man ist dankbar, dass weder Geruchsfernsehen noch Geruchstheater bisher erfunden wurden, denn man riecht es auch so. Nur durchs Anschauen. Man riecht abgestandenes, ranziges Leben, das die Betonwände in Schlieren heruntergelaufen und dort für immer festgetrocknet ist. Ein Hauch von Abgasen, von totzivilisierter Welt, der aus Lüftungsschächten nicht den verheißungsvollen Geruch eines besseren Ortes hereinweht, sondern den Duft der Krise. Das ist kein Ort, wo Menschen leben wirklich leben, sondern eher ein baufälliges Parkhaus. Das ist ein trügerischer Abstellort, ein vermeintlicher Wartesaal, der sein Versprechen nur ein Zwischenstop in der Vorhölle zu sein, nicht einzulösen scheint. [[Dieser Beton hat Wunden.|Dieser Beton hat Wunden.]]Dieser Beton ist nicht nur kalt, grau und ein bisschen roh. Dieses Material hat Schmerzen. Eine Oberfläche, die beim Anschauen so pocht und brennt und ziept wie Lina Beckmanns Füße beim HochundRunterStolpern der Treppe. Wände die von grauen Laufspuren durchzogen sind, wie das gerötete verheulte Gesicht von Julia Wieninger als Gunhild. Wände aus gepresstem Steinbrei, die auch ohne die Architekturströmung Brutalismus zu kennen, an zermahlene und neumaterialisierte Gewalt erinnert. Man hat den Eindruck, dass dieser graue kalte Stein auf eine Geschichte verweist, die nie sauber gewesen ist. Beton in Karin Henkels „John Gabriel Borkman“ ist kein Waschbeton, sondern eindeutig Wundbeton. [[Iiiihgitt. Das ist mir zu gruselig. Ich meins ernst. Ich will was Witziges hören.|Lachen.]] [[Gibt's da noch mehr Gruseliges?|Horror]]Ja. [[Naja, nee.|Religion]] [[Willst du wieder von vorne anfangen?|Start]]"John Gabriel Borkman" als Screening im Rahmen der 3Sat Reihe „Starke Stücke“ im Sony Center zu sehen, heißt im Liegestuhl am mitgebrachten Getränk nippen und zu versuchen nicht unablässig Mails auf dem Handy zu checken. Heißt auf den mittelgroßen Screen starren und sich vorzustellen, man wäre näher dran, während neben einem sportlich vorbeigeskatet wird. Das heißt auch wenig verstehen, weil der Sound grausig leise ist und deshalb mitten in frühsommerlichen Großstadtfeierabendbetrieb nichts von der Grausigkeit der Inszenierung mitbekommen. Sich vorzustellen, das was da als projizierte Ahnung eines „Starken Stückes“, zu sehen ist, spiele sich direkt unter dem Potsdamer Platz in irgendwelchen Katakomben ab, hilft sehr. So sehr, dass man fast eine leibliche Kopräsenz bis tief unter U-Bahn Schächte zu spüren glaubt. Willst du...? <a href=http://www.theatertreffen-blog.de>...auf unseren Blog gehen?</a> <a href=http://www.falconlawn.com/end.html>...aufhören mit dem Internet?</a> [[Auch wie ein Wolf heulen.|Der Wolf]] [[Wieder von vorne anfangen?|Start]] Karin Henkels Inszenierung erweckt nicht nur durch die stilisierte Unterweltsdystopie eine grausige Atmosphäre, auch inhaltlich lassen sich Entsprechungen zum Horrorgenre machen. Keifende, hinkende Schattengestalten bevölkern die düstere Betontristesse. Wie ausgehungerte Hyänen belauern Gunhild und Ella den jungen Erhart. Er liefert als Sohn bzw. Ziehsohn eine Projektionsfläche für die eigenen Bedürfnisse und Lebensträume der beiden Schwestern. Ella und Gunhild sind alles verschlingende Muttertiere – bereit zu zerfleischen und zu zerstören. In dieser monströsen Karikatur von Mutterschaft verschränken der Mutterarchetypus der fürsorglichen Liebe mit dem totalen Besitzanspruch an das eigene Kind. Laut Carl Gustav Jung (Hört! Hört!) umfasst der Mutterarchetypus immer Beides: „das Gütige, Hegende, Tragende, Wachstum, Fruchtbarkeit und Nahrung spendende“ aber auch „das Geheime, Verborgene, das Finstere, der Abgrund, die Totenwelt, das Verschlingende, Verführende und Vergiftende, das Angsterregende“. Die Mutter ist zugleich „Ernährerin, Verführerin und Zerstörerin“. Die Dynamik zwischen (Zieh-) Mutter und Sohn steigert sich in der Inszenierung zu einem immer intensiver werdenden, pervertierten Abhängigkeitsverhältnis. Das Grauen durchdringt die Inszenierung durch die traumatische Beziehung Erharts zu seinen Mutterfiguren, die das Band zwischen Mutter und Säugling noch immer in aller Vehemenz aufrechterhalten wollen. Die krankhafte Fixierung der Mutterfigur(en) auf das Kind findet seine Entsprechungen in zahlreichen Horrorfilmen. Hier ein paar Filmtipps zum weiter gruseln: "Carrie" (R. Brian de Palma), "Psycho" (R. Alfred Hitchcock) oder "Mommie Dearest" (R. Frank Perry) [[Also hört sich ja doch so ein bißchen danach an als wenn es um Liebe geht...oder? So irgendwie?|Liebe!]] [[Das ist echt unheimlich!|Das Unheimliche]] Ja und Nein. In Sachen zeitlicher Kontext ist „John Gabriel Borkman“ in Henkels Inszenierung ein Jein. Das Setting ist ein Hybrid aus Unter-der-Brücke und besetztem Parkhaus mit Requisiten wie vom Sperrmüll. Die Kostüme sind dagegen recht passabel. In dem blauen Fummel, den Lina Beckmann trägt, könnte man glatt zu einer gehobenen Veranstaltung erscheinen. Julia Wieningers Flauschpulli würde zum Anschmiegen einladen, wäre sie als Frau Borkmann nicht so vertauenswürdig wie ein Maschinengewehr, das mit Perwoll gewaschen wurde. Jedenfalls ist das hier sehr uneindeutig, warum die Personen alle so schick angezogen sind, man könnte fast meinen, sie würden sich den ganzen Beton nur ausdenken. Dann wären da noch die Masken, die alle Schauspieler*innen um Jahrzehnte altern lassen. Oder ist das überhaut altern? Vielleicht ist es auch was anderes, so wie die Zeit hier weder eine vergangene, noch eine zukünftige, sondern einfach eine andere ist. Eine, die so „unheimlich“ ist, weil sie uns eben zugleich vertraut und fremd sind. So wie die Figuren in diesem Stück, obwohl wir uns letzteres vielleicht auch nur wünschen würden. [[Erzähl mir mehr über die Masken.|Masken]] O-Ton eines Foyergespächs nach der Vorstellung: „Die Masken sind aber unnötig - die sieht man doch gar nicht. Die sollten aufhören, Theater für die ersten zehn Reihen zu machen.“ Maskengebrauch im Theater. Da könnte man ja jetzt ziemlich weit ausholen. Vielleicht nur so viel: Die alten Griechen machten keinen Unterschied zwischen dem künstlichen/maskenhaften und dem natürlichen Gesicht. Die Maske aufziehen – eine Persona annehmen, die man sich im alltäglichen Leben über- und wieder abstreift. Das ist nicht nur eine Maske – das ist eine Vielheit von Masken…das lassen wir jetzt so im Raum stehen. Was bedeutet die Maske bei „John Gabriel Borkman“? Die Schauspieler*innen der Inszenierung stülpen sich immer wieder Halbmasken über. Nach 1 ½ Stunden ist noch immer kein System zu erkennen, wann und warum die grotesk-verformten, faltigen Hexenmasken im Akkord auf- und abgezogen werden. Vielleicht symbolisieren die Masken ja eine andere Zeitebene? Schauspieler*in – Maske = Vergangenheit Schauspieler*in + Maske = Gegenwart Vielleicht ist es aber auch ganz anders und wir verwurschteln uns in eine semiotisch-aufgeladene Kritiker-Krümmelkackerei. [[Ich will wissen, was die echten Kritiker gesagt haben.|Kritiker]] [[Was haben denn die anderen Zuschauer so gemacht?|Lachen.]] Henrik Ibsen wurde 20/3/1828 in Skien geboren. Er war Sohn eines reichen Kaufmanns, der bankrott ging und daraufhin aus der Gesellschaft ausgestoßen wurde als Henrik Ibsen acht Jahre alt war. John Gabriel Borkman ist übrigens auch ein bankrotter ausgestoßener Kaufmann. Nur so als Wink mit dem Zaunpfahl zur Katalysierung des Kopfkinos. Nachdem Ibsen eine Apothekerausbildung abgeschlossen hatte, schrieb er sich für ein Medizinstudium ein. Seine Leidenschaft für Literatur war aber längst entflammt. 1850 vollendete er sein erstes Stück, das historische Revolutionsdrama "Catilina", für das er jedoch erst einmal kein Theater fand. Infolge einer steilen Karriere wurde Henrik Ibsen Dramaturg am norwegischen Nationaltheater in Bergen, und 1857 übernahm er die künstlerische Leitung des Norske Teatret in Kristiana, das allerdings fünf Jahre später Konkurs anmelden musste. Ibsen begann seine Karriere als Schriftsteller mit Versdramen in der Tradition der norwegischen Nationalromantik. Dann wandte er sich in gesellschaftskritischen Stücken gegen die bürgerliche Doppelmoral. Ohne den Naturalismus ganz zu verlassen, nahm Ibsen in sein Spätwerk auch psychoanalytische und mythische Elemente auf. Aha. [[Und worum geht es jetzt in dem Stück?|Worum geht es?]]Der Vater ist ein alter Finanzbetrüger, die Mutter kann ihm das nicht verzeihen und der Sohn lebt seine verschrobenen Phantasien mit der älteren Nachbarin aus. Aber dann kommt auch noch die lange verloren geglaubte Zwillingsschwester der Mutter und setzt die Familie finanziell und emotional unter Druck. Und wer ist das junge Mädchen, das in dem Haus immer ein und aus geht? Das wird ein fulminantes Staffelende, schalten sie wieder ein und erfahren sie wie es weiter geht mit der Familie Borkman auf „Eine schrecklich <strike>nette</strike> Familie!“ [[Und wie sieht das Bühnenbild für den Sozialporno aus?|Bühnenbild1]]Ich habe mir sagen lassen: das steht so im Stücktext. Ich bin also beruhigt. Da steht also ein Wolf in dem Stücktext. Das ist doch schön. Ein Mensch der heult, wie der Wolf der er wäre, wenn er denn einer geworden wäre. Das surreale Moment. Juche!Das zugleich vertraute und unvertraute. So Freud. Das was uns also zugleich nahe und aber auch ferne erscheint. Das Unheimliche in Gestalt von Gespensterglauben, Vorhersehungen, das wird ja immer weniger. Deswegen hat RTL2 den [[Sozialporno]] erfunden. Am Ende des Stücks „John Gabriel Borkman“ fährt Erhart mit Frau Wilton und Frida weg und entzieht sich so dem Zugriff durch Mutter, Tante und Vater. Es fällt ein Satz der klingt so ähnlich wie: naja, es ist ganz gut, dass Frida dabei ist, weil wenn dem guten Erhart mal langeilig werden sollte mit der Frau Wilton, dann gibt es noch immer die kleine Frida. Das muss eine sehr beruhigende Situation darstellen für den Erhart, auch Vater John Gabriel gibt ja irgendwann zu verstehen: jede Frau ist austauschbar. Wahrscheinlich also ist das Wort „polyamouröse Beziehung“ ein falsches Wort um die Beziehung zwischen Erhart, Frau Wilton und Frida zu begreifen. Weil Frida ist ja quasi die Reserve. Mhm, so stelle ich mir eine polyamouröse Beziehung eigentlich nicht vor, so stelle ich mir keine Beziehung in keinem Leben vor, ich will doch jetzt gewollt sein und nicht irgendwann später, falls irgendwas anderes nicht mehr läuft. Was mich dann aber schon interessieren würde, wie die wohl leben miteinander, die Drei. Ich stelle mir vor, die haben das nur so gesagt und sind jetzt weg gefahren, verbringen glorreiche Tage zu dritt, [[haben sich sehr lieb und tun nur leben.|Verrückte Jugend]]Diese verrückte Jugend, die will nicht arbeiten, die spricht immer vom Leben, und wie wichtig, wie endlich, endlich mal leben!, das ist doch so wichtig. Diese verrückte Jugend hantiert mit Begriffen wie beim Tennis, mindestens in Wimbledon. Den Ball in der Hand, den Schläger bereit, kurzes Getripple und FLIEG, flieg hoch in die Luft, du Begriff, du Wille, du Leben, dann der Aufschlag und schmetternd, krachend, oh so padauz! mitten ins Gesicht von dem Gegenüber. Das schreit dir das Leben entgegen. Es muss doch noch was anderes geben! Und weil du diesen Ball nie halten kannst, schaust du betroffen, bist alt geworden, bist durch den Schlag vielleicht erst, erst jetzt ist dir klar und du wirfst irgendwas anderes in die Luft, aber deine Begriffe, die sind nie so super schön. Die verrückte Jugend, wir lieben die so, die will doch nur leben, und jederzeit erkläre ich das Tennis für verloren, weil oh!, diese verrückte Jugend. [[YOLO?|Leben statt Arbeiten.]]Das Bühnenbild suggeriert ganz eindeutig die Szene unter einer Brücke. Menschen ohne zuhause, heimatlose geworden, immer schon gewesene, haben es sich auf Matratzen und zwischen altem Spielzeug eingerichtet. Die grauen Wände voll mit Graffiti, der Boden bedeckt mit Müll, Dreck, und allerlei Dingen die keiner mehr braucht, die aber im Zusammenhang der Nichts-Habenden neue Bedeutungen entfalten können. Kalt muss es sein, oder heiß, und wenn es Nacht wird, dann hellt nur noch der Schein einer Kerze. [[Dieser Beton hat Wunden.|Dieser Beton hat Wunden.]]Das Monster verschlingt und bedroht uns. Als ein äußerliches Zeichen, das nur ‚zeigen’ [lat. monstrare] kann, muss es in Ketten gelegt oder gar getötet werden, um die existenzielle Bedrohung zu bannen. Monster brechen gesellschaftliche Normen mehrere Weisen gleichzeitig auf. Ihre Verführung entstammt moralischer Verkommenheit aber auch äußerlich verstoßen sie gegen Normalitätskonzepte. Mit ihren Masken, gewaltvollen Handlungen, abgehackten Gangarten und absurden Kostümen sind die Menschen auf der Bühne bei Borkman ästhetisch grotesk verschoben. Als gesteigerte Repräsentation unserer Begierden und Abgründe halten uns diese Spieler unsere eigene Fratze als Spiegel gegenüber. Aber wir können diese Monster nicht töten, allein Zeuge einer hilflosen Widerkehr des Monströsen werden wir. Und wir sehen wie es immer näher rückt und uns fast verschlingt mit seiner Hässlichkeit. [[Erzähl mir mehr über den Horror.|Horror]]Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus. Frei sind wir, da zu wohnen und zu gehen. Frei sind wir, ja zu sagen oder nein. Refrain: Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus. Und dennoch sind da Mauern zwischen Menschen, und nur durch Gitter sehen wir uns an. Unser versklavtes Ich ist ein Gefängnis und ist gebaut aus Steinen unsrer Angst. Das Stück ähnelt einem Requiem – ein Abgesang einem Abgesang auf alte Ideale und Werte in tiefsatten Molltönen auf der Borkman’schen Heimorgel geschmettert. Nach seiner Haftstrafe flüchtet sich der Kapitalist Borkman in die protestantische Askese hinein. Nicht um sich auf sich selbst zu besinnen, sondern seinen Wahn in völliger Isolation fortzusetzen. Eingepfechert wie ein kranker Wolf streift Borkman in seiner Kammer herum und wartet vergebens auf die Wiederauferstehung aus dem dunklen Höhlenloch. [[Wie bei Platon?|Platon]] [[Wolf? Welcher Wolf?|Der Wolf]] In einem klassizistischen Prachtsaal liefern sich die Schwestern Gunhild und Ella einen verzweifelten Kampf um den Besitzanspruch des Sohnes und Neffen Erhart. Andrea Breth inszenierte „John Gabriel Borkman“ 2013 am Schauspiel Frankfurt als ein psychologisch präzise ausgearbeitetes Kammerspiel. Hier kreisen die Figuren in ebenso gediegener Geschwindigkeit um sich selbst, wie auch der gesamte Abend per se endlose Bahnen zu ziehen scheint ohne je wirklich von der Stelle zu kommen. Die unsichtbare vierte Wand ragt hoch und majestätisch zwischen Schauspieler*innen und Publikum. Nichts dringt nach außen, alles bleibt im innerdiegetischen Bühnenkosmos des Naturalismus stecken. Andrea Breths Inszenierung entfaltet sich sukzessiv nach der eng gefassten Dramaturgie des Stückes innerhalb einer eindeutig abgesteckten Akt-Struktur. Nur der letzte Akt weicht von der Vorlage ab. Anstelle der Versöhnung der beiden Schwestern nach dem Tod des Bankdirektors, versetzt Breth die drei Figuren in eine finstere Eislandschaft. Eine bitterkalte Vorhölle in die sie vorgedrungen sind um zu sterben – jede für sich allein. Insbesondere Corinna Kirchhoff brilliert als Gunhild Borkman. Spinnenhaft tänzelt, schreitet, gleitet Kirchhoff durch den Raum stets an der Schnittstelle zum durchpsychologisierten Spiel und verfremdeter Expressivität. Auch Josefin Platt legt ihre Figur der Ella Rentheim eine psychologisierte, zurückgenommene Spielweise an, die jedoch auch immer wieder ins absurd Komische kippen kann. Karin Henkels „John Gabriel Borkman“ - Inszenierung scheint dem Regiekonzept der Breth antithetisch gegenüberzustehen. Statt durchpsychologisiertes Literaturtheater präsentiert Henkel groteske Überzeichnungen von Figuren, die ihr „Gemacht-Sein“ durch Gesichtsmasken immer wieder deutlich ausstellen. Andrea Breth nimmt eine bewusste zeitliche und stilistische Setzung vor. Sie lehnt die Inszenierung stilistisch-formal wie auch inhaltlich an die Wende zum 20ten Jahrhundert an. Henkels Figurenensemble hingegen operiert in einer zeitlosen und geschichtslosen Betondystopie. Der Zuschauer wird hineingeworfen in eine Höhlengrube voller Doppelgänger, Halbtoter und hysterischen Figurenüberzeichnungen. Zeitdimensionen werden verschränkt und kollidieren miteinander: die Gegenwart verflüssigt sich und scheint sich stets gänzlich in der Vergangenheit aufzulösen. Die Szenen- und Aktstruktur wird ausgeklammert um einen Raum der Gleichzeitigkeit in dieser Betongrube zu schaffen. Julia Wieninger und Lina Beckmann als Gunhild und Ella scheinen eher monströse Widergänger als psychologisierte Ibsen-Figuren zu sein. Wenn sich bei Platt und Kirchhoff das verfremdete Absurde in subtilen Gesten und Stimmverfärbungen abzeichnete wird dies nun bei Beckmann und Wieninger in aller Drastik umgekehrt. Henkel entwirft eine Welt die in ihrer unkonkreten, dekontextualisierten Regellosigkeit seltsam universal erscheint. Wohingegen Breths Bühnensetting als eine diegetische Gesamtheit das Publikum eher distanziert als affiziert. Ebenso wie Karin Henkel verzichtet auch Andrea Breth auf offensichtliche Zeitbezüge zur Finanzkrise. Beide Inszenierungen sind weniger als eine Kapitalismuskritik, sondern viel eher als ein Betrachtungsfeld für die Machtdiskurse innerhalb der Familie – der kleinsten gesellschaftlichen Einheit – angelegt. [[Und was meinen die Kritiker zu Henkels Borkman?|Kritiker]]Die Bühne wurde, gebaut, oder vielleicht erträumt von Katrin Nottrod. Ein unterirdisches Verließ, ein Ort, der keinerlei Zuschreibung von Außen zulässt, eine Phantom der Oper-hafte Situation die zeitlos und merkwürdig entfremdet als Kellerloch ihr eigenes Dasein schon ewig zu fristen scheint. [[Dieser Beton hat Wunden.|Dieser Beton hat Wunden.]][[Das sieht aus wie unter der Brücke.|Brücke]] [[Das ist wie ein Parkhaus.|Bühnenbild]] [[Das ist kein Ort.|Kein Ort.]] Das Lachen des Publikums gibt eben soviel Auskunft über die derzeitige Lage wie sein Husten. Wo wurde am lautesten gelacht? Bei dem Satz: "Ich will nicht arbeiten, sondern mein eigenes Leben leben." Ein Lacher, der im Halse stecken bleibt, weil man selbst nicht mehr an jene Träume glaubt, ein verächtliches Schnauben über soviel Naivität, ein erlösendes Lachen, weil da jemand das Gleiche will? Man weiß es nicht. [[Ich will auch lieber leben statt arbeiten.|Leben statt Arbeiten.]]Vegard Vinge, Ida Müller und ihre feucht-fröhliche Monster-Masken-Truppe (plus Volker Spengler unter einer Volker-Spengler-Maske) haben 2011 im Prater der Berliner Volksbühne den ultimativen, letztgültigen "John Gabriel Borkman" inszeniert. Ein epochales Ereignis, dem sich keine nachfolgende Inszenierung verweigern kann, hinter das es kein Zurück gibt. "Borkman" unterhalb von zwölf Stunden Aufführungsdauer, ohne verzerrte Endlos-Loops von Sätzen wie "Ich will nicht arrrrrrrbeiten!" oder "Eine grrrrrroße Mission!", ohne Fäkal-Actionpainting, ohne Pappmache-Panzer und -Hubschrauber auf der Bühne, ohne Weltuntergang zum Trauermarsch aus der "Götterdämmerung", ohne eine annähernd vollständige Aufführung des Mozart-Requiems durch ein Skelettorchester, ohne einen Fußball spielenden Erhart zu Takten aus "Parsifal", ohne das kleine rote Auto ("Wir machen eine Reise. UND ERHART BEGLEITET UNS!"), ohne Live-Zählen durch Advokat Hinkel bis 7469, ohne einen nackten Borkman mit Wolfsmaske, ohne die schon legendäre Umzugskisten-Schlacht mit dem Publikum, das kurz zuvor noch durch die Zombie-Nackedeis aus dem Saal getrieben worden war, ohne Überfall von Ella und Gunhild auf die ahnungslosen Gäste der Kneipe "Schwarzsauer" in der Kastanienallee, ohne diese herzzerreißende Traurigkeit, ungekannte Komik und irre Schönheit, also überhaupt: Ohne Vinge geht einfach gar kein "Borkman" mehr! Das Stück gehört jetzt diesem Typen mit der locker sitzenden Hose und dem Wagner-T-Shirt. Wer's trotzdem noch immer machen will, muss sich darüber im klaren sein. <img src="http://theatertreffen-blog.de/tt15/wp-content/uploads/sites/8/2015/05/IMG_0048.jpg"</img> [[Und was meinen die Kritiker zu Henkels Borkman?|Kritiker]]